„Traut euch mehr, zu hinterfragen!“ – Seminar zu den Grundlagen des journalistischen Arbeitens mit der Akrützel-Redaktion

Wissen zu teilen, das ist nicht nur Grundaufgabe des Journalismus, das ist auch eine der Säulen des DJV. Mit Webinaren und Seminaren wird das verwirklicht. Wie ein solches Seminar aussehen kann, hat kürzlich die Redaktion der Studierendenzeitung Akrützel aus Jena erlebt.

Ein Text von Mariana Friedrich

Continue reading „„Traut euch mehr, zu hinterfragen!“ – Seminar zu den Grundlagen des journalistischen Arbeitens mit der Akrützel-Redaktion“

DJV: Medienprivileg erhalten!

Wir Journalisten können einpacken, wenn die Europäische Datenschutzgrundverordnung auch für den Journalismus uneingeschränkt gälte und damit das bisherige Medienprivileg aushebeln würde.

Die Freiheit der Redaktionen von der Kontrolle durch Datenschutzaufsichtsbehörden ist ganz wesentlicher Teil der Pressefreiheit.
Behörden könnten künftig Redaktionen kontrollieren und herausbekommen, wie Journalisten an Informationen gelangt sind. Foto: Heidje Beutel

Wir dürften nur noch positive Nachrichten veröffentlichen. Jeder könnte herausfinden, woher wir unsere Informationen bekommen. Und zwar schon bald. Im Mai 2018 tritt die Europäische Datenschutzgrundverordnung automatisch in Kraft und würde damit die Kontrolle der Redaktionen ermöglichen. Thüringen bereitet ein Anpassungsgesetz vor, in dem das sogenannte Medienprivileg nicht in dem Umfang wie bisher mit drin ist. Continue reading „DJV: Medienprivileg erhalten!“

Pressesprecher haben es schwer

Kann es sein, dass Pressesprecher ziemlich oft zwischen den Stühlen sitzen? Bei uns Reportern kommt es oft so an. Wir wollen eher über Themen und Konflikte einer Branche berichten. Was wir Reporter von den Pressesprechern aber bekommen, sind oft Pressemitteilungen mit Statements des Verbandsvorsitzenden.

Continue reading „Pressesprecher haben es schwer“

Treffpunkt Internet

Braucht Deutschland eine neue Medienordnung?

Sie haben Onlineangebote und sind in den sozialen Medien präsent: Tageszeitungen, Zeitschriften, Hörfunk, Fernsehen. Der Haken daran ist die Konkurrenz von privatwirtschaftlichen und öffentlich-rechtlich finanzierten Modellen. Doch alle beschränken sich nicht auf den einen Verbreitungsweg. Tageszeitungen werden begleitet von Onlineangeboten oder Portalen, die Videosequenzen enthalten. Zeitschriften halten es nicht anders, bieten häufig, siehe Fachzeitschriften, zusätzlichen Service wie z. B. Newsletter und Fachkongresse an. Die privaten Hörfunksender beschränken sich auf ihren Webseiten längst nicht auf die Bekanntgabe der Playlist. Auch hier gibt es Fotostrecken und Videos. Die öffentlich-rechtlichen Sender bieten in ihren Onlineauftritten Bilder (bewegt oder als Foto), Töne und Texte. Die Mediensparten wachsen zusammen. Das nennt man Konvergenz.

Dem Nutzer ist das weitgehend egal. Er sucht sich die Informationen, das können auch journalistische Inhalte sein, die er seiner Ansicht nach braucht. Das passiert altersabhängig unterschiedlich und reicht von Google über Facebook und Instagram bis zu YouTube und Blogs. Den weltweit agierenden Playern stehen die mit sinkenden Auflagen, Hörer- und Zuschauerzahlen kämpfenden deutschen Medienunternehmen ohnmächtig, hilflos und konzeptlos gegenüber. Die Konsequenz daraus ist der Kampf um die Absicherung des eigenen Geschäftsmodells, das entweder erodiert (Verlage) oder in seiner Existenz bedroht ist (öffentlich-rechtlicher Rundfunk).

Da stuft BDZV-Lautsprecher Döpfner im Gleichklang mit dem Spiegel die öffentlich-rechtlich organisierten Rundfunkanstalten als Staatsfunk ein, der durch Zwangsgebühren finanziert wird. Wer so argumentiert, will nichts anderes, als die Abschaffung der Sender. Die Tagesschau-App versetze, weil presseähnlich, den Verlagen den Todesstoß. Als ob Döpfner und seine Mitstreiter in den Chefetagen irgendein funktionierendes Geschäftsmodell für die Onlinevermarktung der journalistischen Inhalte hätten. Kann man Döpfner eigentlich angesichts seines erlösträchtigen Engagements im Digitalmarkt eine entspanntere Betrachtungsweise nur wünschen, haben seine Kollegen im Verlagsmanagement ganz andere Sorgen. Mit der ständigen Anpassung der Kosten an die Einnahmen werden zwar Synergien im redaktionellen Bereich geschaffen, aber auch eine flächendeckende einheitlich Berichterstattung ermöglicht, vor der Medienforscher Horst Röper zu recht warnt.

(Fortsetzung folgt)

Darum muss es den öffentlich-rechtlichen Rundfunk geben

„Woher seid ihr? Aus Leipzig?“ Unser Interviewpartner sieht uns aufmerksam an („so sehen also Leute aus Leipzig aus“). Aber dann sind wir doch aus Thüringen, was man auch an der Sprache hört. Wir wohnen sogar im gleichen Landkreis. Typisch für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Wir zerstreuen auch schnell ein gewisses Misstrauen: dass wir nur wegen der paar Kabel in das Dorf gekommen sind. Wir sind nicht einem großen Skandal auf der Spur, sondern wir berichten ganz normal über das, was für die Anwohner wichtig ist – auch wenn es nur 1:30 Minuten sind. „Für einen so kurzen Beitrag seid ihr aber lange unterwegs.“ „Ja, das sind wir gewohnt.“

Es gibt natürlich auch Begegnungen mit Zuschauern und Hörern, die sehr routinierte Nachrichtenkonsumenten sind. Die sehen die Kamera im Wald und referieren sofort alle Wald-Themen der letzten Wochen, wobei ich sie zart darauf hinweise, dass ich natürlich ein neues Wald-Thema umsetze: eines, von dem sie noch nicht gehört haben. Andere bekommen dagegen nichts mit von dem, was elektronische Medien senden und Zeitungen schreiben. Sie sind umso empörter – zum Beispiel darüber, dass ein Regionalzug ausfällt. Man könnte sagen: das stand schon x-mal in der Zeitung. Im Fernsehen und Hörfunk wurde über den Beginn der Bauarbeiten informiert und darüber, dass dadurch die Züge danach wesentlich schneller fahren werden. Die Frau am Bahnsteig hat jetzt nichts davon: „Ich lese keine Zeitung.“ Was können wir machen, damit sie sich das nächste Mal informiert, bevor sie anfängt zu schimpfen? Fakten über Baustellen und geänderte Fahrpläne könnten immer auf der Internetseite der Funkhäuser zu lesen sein. Es würde später zur Gewohnheit werden, dort regelmäßig nachzusehen.

Bisher ist es so, dass sich unsere Gesprächspartner die Beiträge noch mal im Internet ansehen und – wenn sie bei Facebook gepostet wurden – auch stolz „teilen“. Beim Dreh waren sie vielleicht erstaunt, was wir alles filmen wollen und dass es ihre richtige Arbeit sein soll. „Kann ich nicht ein bisschen so tun als ob?“. „Nein, denn wir brauchen viele Bilder.“ Das finden die Gesprächspartner hinterher dann auch gut und sind so zufrieden, dass wir wiederkommen dürfen.

Kurzum: Wir kennen uns in unserer Region aus. Wir nehmen uns die notwendige Zeit. Wir berichten auch über „Kleinigkeiten“. Wir bieten Service, den man aber noch steigern könnte. Wir machen keine Tricks.

Heidje Beutel

 

Die „Nicht-Mehr-Richtlinie“ 12.1 des Pressekodex

Nun hat sich auch der Presserat denen gebeugt, die am lautesten schreien: Bislang galt nach der Richtlinie 12.1 des Pressekodex, dass „[…]die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt […]“ wird, „[…] wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht“. Das wurde nun verschlimmbessert.

Ein Text von Sebastian Brennecke

Continue reading „Die „Nicht-Mehr-Richtlinie“ 12.1 des Pressekodex“

Trimediales Arbeiten ist oft Stress – So sieht die Realität aus

Gibt es den klassischen Journalisten noch? In vielen Verlagen und Rundfunkanstalten wird aus Redakteuren, Fotografen und Videoredakteuren heute eine bunte Mischung aus allem. Trimedialität nennt sich das, Kollegen sollen nach Möglichkeit alle Kanäle bedienten. Und klar, wer über einen Termin schreibt, kann doch auch fix noch ein Bild machen und ein kleines Video. Das Smartphone immer zur Hand, ist das heute leichter denn je. Doch wie sieht es mit der Vergütung für diese Extraarbeit aus?

Continue reading „Trimediales Arbeiten ist oft Stress – So sieht die Realität aus“

(Liebes)-Brief eines Urhebers an den Leser

Lieber Leser

wir müssen reden. Dringend. Denn so langsam sehe ich unser wunderbares Verhältnis nachhaltig gestört. Ich darf über Dich schreiben, höre Dir zu, bringe Deine wunderbaren Taten tagtäglich in die Zeitung, und Du liest sie am nächsten Morgen online auf Deinem Tablet oder beim Frühstück klassisch in der Zeitung. Manchmal schreibst Du mir auch, was nicht so gut war, was Dir gefiel, was Dich ärgerte. Bis dahin ist unser Verhältnis ein ganz wundervolles, voller Zuneigung. Ich schätze Dich, wie Du mich. In guten wie in schlechten Ausgaben.

Continue reading „(Liebes)-Brief eines Urhebers an den Leser“

Beim Bayrischen Rundfunk hat es geklappt: Freie Mitarbeiter haben Arbeitsverträge bekommen

Nach diesem Vorbild wollen auch Freie beim MDR eine Festanstellung erreichen. Hat das Aussicht auf Erfolg?

Freie Journalisten
Foto: Mariana Friedrich

Freie Mitarbeiter beim Fernsehen oder Hörfunk – das heißt nicht: bei schönem Wetter Baden gehen oder länger schlafen nach einer Party. Freie Mitarbeiter müssen genauso wie Festangestellte regelmäßig zur Arbeit kommen und so lange da bleiben, bis alles fertig ist.

Continue reading „Beim Bayrischen Rundfunk hat es geklappt: Freie Mitarbeiter haben Arbeitsverträge bekommen“

Blick über den Tellerand – wie Unternehmen und Medien in Schweden Hand in Hand arbeiten        

Das DJV-Thüringen-Vorstandsmitglied Ninette Pett war am Wochenende bei der Konferenz der jungen Unternehmer (EYE C7) in Schweden und hat sich umgehört, wie der Mittelstand auf Journalisten blickt.

Ein Text von Ninette Pett

Continue reading „Blick über den Tellerand – wie Unternehmen und Medien in Schweden Hand in Hand arbeiten        „