Pressesprecher haben es schwer

Kann es sein, dass Pressesprecher ziemlich oft zwischen den Stühlen sitzen? Bei uns Reportern kommt es oft so an. Wir wollen eher über Themen und Konflikte einer Branche berichten. Was wir Reporter von den Pressesprechern aber bekommen, sind oft Pressemitteilungen mit Statements des Verbandsvorsitzenden.

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Rüder Rüffel oder wahre Worte?

(ra) Roland Tichy provoziert: Der Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“ legt sich mit seiner Zunft an. In einem Interview mit der aktuellen Ausgabe von „Horizont“ (Kurzversion online) behauptet er, Journalisten würden über den Verlust ihrer Deutungshoheit die Gegenöffentlichkeit im Netz ausblenden. Immer noch hingen die Journalisten einem „unausgesprochen vorhandenen“ Selbstbild nach, wonach sie „die Bevölkerung lehren und leiten“ sollen. Tychcy sagt, diese „angemaßte Autorität“ habe der Journalismus durch neue Formen des Austausches verloren.

Journalisten, die bloggen oder auf Facebook aktiv seien, machten dies häufig – so Tychcy – „nur der Selbstbespiegelung“ wegen. Manche seien gar „fast ein bisschen autistisch“, wenn sie keine Bestätigung erhielten. Sie betrieben „Helikopter-Journalismus“ – würden Artikel wie eine Bombe abwerfen und dabei „wahnsinnige Verwüstung und Betroffenheit“ hinterlassen, ohne sich der Diskussion zu stellen. (Das ganze Interview ab Seite 16 in der aktuellen „Horizont“!).

Was meint Ihr, meinen Sie: Macht Tychy billige Polemik oder beschreibt er die traurige Wahrheit?