Aller guten Dinge sind fünf

Die fünfte Auflage des Thüringentages „Medien & Ethik“ ging am Samstag über die Bühne: Im mdr-Landesfunkhaus drehte sich diesmal alles um Öffentlichkeit und Gegenöffentlichkeit und darum, ob sich Medienmenschen zu Kollaborateuren der Politik werden.

Für Prof. Klaus Beck (FU Berlin) ist die Verbrüderung von Journalisten und Politikern, noch mehr aber deren Abhängigkeit von „der Sippe von Spin doctors, PR-Beratern und anderen Einflüsterern“ besorgniserregend. Distanz als Schutz vor Einvernahme wäre für Journalisten dringend zu empfehlen. Nur so könnte ihr Tun die Demokratie stabilisieren.

Die durchs Internet bewirkten Veränderungen der Kommunikation sind für Johann Michael Möller, Hörfunkdirektor des MDR, grundsätzliche Herausforderung für die repräsentative Demokratie und den Journalismus. Mutig seine deutliche Kritik an der Sparwut in den Chefetagen der Medienbetriebe. Journalisten zu Content-Produzenten in medialen Legebatterien zu machen, sei Sägen am Ast, auf dem man sitze: sei die tödliche Attacke auf Qualitäts-Journalismus. (Möllers Redemanuskript findet sich hier!)

Die freie Journalistin Anna Kuhn-Osius (Foto) referierte mit vielen Zahlen den Internetwahlkampf von Barack Obama. Ihrer Ansicht nach war das ein (Lehr-)Stück gelebter „Mach mit“-Demokratie, die so aber nicht in Deutschland funktioniere, „weil es an Leuten mit Charisma fehle“.

Das bestätigte auch Sven Oelsner. Der Mann, der die „Thüringer Blogzentrale“ managt, sprach über Gegenöffentlichkeit im Bundestagswahlkampf. Politiker hätten zwar Twitter, Facebook & YouTube für sich entdeckt, aber nicht nutzen können.

Zum Abschluss moderierte TA-Mann Martin Debes eine Diskussion.

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