„Traut euch mehr, zu hinterfragen!“ – Seminar zu den Grundlagen des journalistischen Arbeitens mit der Akrützel-Redaktion

Wissen zu teilen, das ist nicht nur Grundaufgabe des Journalismus, das ist auch eine der Säulen des DJV. Mit Webinaren und Seminaren wird das verwirklicht. Wie ein solches Seminar aussehen kann, hat kürzlich die Redaktion der Studierendenzeitung Akrützel aus Jena erlebt.

Ein Text von Mariana Friedrich

Vielen Kollegen ist nicht bewusst, dass die Mitgliedschaft im DJV nicht nur bedeutet, dass sie Mitgliedsbeiträge zahlen und den Presseausweis erhalten. Wesentliche Säule der Verbandsarbeit sind auch die vielen Seminare und Webinare, die Kollegen für Mitglieder und Nichtmitglieder anbieten.

Akrützel-Redaktion, Medienseminar, Sozialwerk, Akrützel, Jena
Foto: Mariana Friedrich

Die Redaktion der Jenaer Studierendenzeitung Akrützel hat das vor Kurzem in Anspruch genommen. Die Chefredakteurin hat das Sozialwerk des DJV kurzerhand angefragt, ob es ein Seminarangebot für Nachwuchsjournalisten gibt. Gibt es. Gemeinsam mit den acht Redaktionsmitgliedern, die sich für unser Grundlagenseminar angemeldet hatten, durfte ich also zwei Tage lang ergründen, was alles dazugehört, einen gut recherchierten Artikel zu entwickeln.

Akrützel-Redaktion, Medienseminar, Sozialwerk, Akrützel, Jena
Foto: Mariana Friedrich

Und es war spannend, nicht nur für die acht Studierenden, sondern auch für mich. Gerade weil wir hauptberuflichen Kollegen jeden Tag mitten drinstecken, verlieren wir leicht aus den Augen, was für andere eben nicht so selbstverständlich ist. Was alles zum Pressekodex gehört, zum Beispiel. Und dass der sehr gut erklärt, was Journalist darf und was er oder sie eben tunlichst unterlassen sollte. Wir haben uns also die von uns Journalisten uns selbst gegebenen Regeln angeschaut und an Beispielen von Zeitungen und Onlineartikeln geprüft.

Akrützel-Redaktion, Medienseminar, Sozialwerk, Akrützel, Jena
Foto: Mariana Friedrich

Dabei habe ich sehr kreative Köpfe kennenlernen dürfen, die richtig Lust auf unseren Beruf haben. Wir haben zusammengetragen, welche Elemente zu einem Print- oder Onlineartikel gehören und gehören können. Wir haben uns die Grundlagen der Pressefotografie angesehen und ausgewählte Bilder der Redaktion daraufhin analysiert. Und wir haben ganz konkret an einem Thema gearbeitet, das viele Studierende in Jena interessiert: das studentische Wohnen.

Von Profis lernen

Dazu durften wir mit Dr. Elke Voß vom Studierendenwerk und Roswitha Putz von der Stadt zwei Pressesprecherinnen auf den Zahn fühlen, die das journalistisches Handwerk von der Pike auf beherrschen. Die Studierenden interviewten die beiden Pressesprecherinnen und erhielten im Anschluss eine Auswertung, wie sie ihre Zusammenarbeit und Interviewtechniken verbessern können.

Akrützel-Redaktion, Medienseminar, Sozialwerk, Akrützel, Jena
Foto: Mariana Friedrich

Eins wurde dabei deutlich: junge Journalisten dürfen sich mehr trauen. „Als ich beim Studierendenwerk angefangen habe, hat das Akrützel oft sehr kritisch hinterfragt, uns auch mal deutlich gemacht, was im Studierendenwerk nicht gut läuft“, erklärte Elke Voß der Gruppe. Heute fehle das oft, seien viele Nachwuchsreporter so brav geworden. „Traut euch wieder mehr“, war die deutliche Forderung.

Akrützel-Redaktion, Medienseminar, Sozialwerk, Akrützel, Jena
Foto: Mariana Friedrich

Ich freue mich jetzt auf jeden Fall auf die nächsten Ausgaben des Akrützel und bin gespannt, was die jungen Kollegen aus dem Seminar mitnehmen konnten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.